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Geschichte der Wirtschaft
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Über mehrere Jahrhunderte hinweg war Gelenau ein rein bäuerliches Dorf.

Nach und nach kamen jedoch Maurer und Zimmerleute in so hoher Zahl nach Gelenau, dass bereits 1564 mit kurfürstlicher Genehmigung eine Innung gegründet wurde, die es sonst üblicherweise nur in Städten gab.

Siegel der Gelenauer Maurerinnung
Klöpplerin

Wie im gesamten Erzgebirgsraum war daneben auch in Gelenau das Klöppeln eine der wichtigsten Einnahmequellen des Ortes.

Der Einzug der Strumpfwirkerei in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts stellte einen schicksalhaften Wendepunkt in der Geschichte Gelenaus dar. Immer mehr Fremde siedelten sich an und der Ort wurde zu einer Industriegemeinde. Bald folgte die Ansiedlung der Spinnerei und die Industrialisierung schritt ständig voran.

Siegel der Gelenauer Strumpfwirkerinnung von 1842
Spinnerei

Mit der Einführung der Dampfmaschine und später mit dem Einzug der Elektroenergie entstanden größere Fabriken innerhalb des Ortes, die Strumpfindustrie entwickelte sich in zunehmendem Maße, Spinnereien entstanden in und um Gelenau. Vor dem ersten Weltkrieg gab es im Dorf 16 Fabriken mit etwa 800 Arbeitern.

Während des ersten Weltkriegs ging die Strumpfindustrie sehr zurück, doch schon in der Inflationszeit zeigte sich eine geringe Belebung. Ab 1924, in den "Goldenen Zwanzigern", kam es zu einer Blütezeit nicht nur in der Strumpfindustrie. Immer mehr Gewerbe siedelten sich an, zahlreiche neue Wohnungen entstanden und viele Leute kamen nach Gelenau, bis das Jahr 1929 mit der Weltwirtschaftskrise einen erneuten Rückschlag brachte.

Siedlung
Textilsyndikat

Nach dem zweiten Weltkrieg setzte in Gelenau sehr schnell eine steile Entwicklung der Wirtschaft ein. Zum einen vergrößerten die bereits ortsansässigen Unternehmer ihre Betriebe, zum anderen investierten auch Fremde im Ort. Es entstanden große, leistungsfähige Firmen. Daneben bestand eine große Anzahl von Klein- und Mittelbetrieben, Handwerksfirmen und Handelseinrichtungen.

Auch in den Jahren nach der Spaltung Deutschlands war die Strumpfindustrie bestimmend im Ort. Die Firmen wurden in Volkseigentum überführt oder vorerst mit staatlicher Beteiligung weiter betrieben, bis im Jahre 1972 auch hier schließlich die Enteignung erfolgte.

Der Volkseigene Betrieb (VEB) "Gelkida" Gelenauer Kinder- und Strumpfwerke entwickelte sich zum größten Produzenten von Strumpfwaren in der ehemaligen DDR.

In dieser Zeit entstanden in Gelenau auch die ersten Betriebe der metallverarbeitenden Industrie.

Heute sind in unserer Gemeinde viele Firmen ansässig, die dem Ort ein neues Gepräge geben. In den letzten Jahren haben sich zahlreiche Handwerksfirmen und Dienstleistungsunternehmen herausgebildet und profiliert. Die Strumpfindustrie wird jedoch nur noch von einem Strumpfwarenhersteller repräsentiert. Wesentlich für den Erhalt und die Ansiedlung von produzierendem Gewerbe im Ort war die Schaffung des Gewerbegebietes an der B 95.

 

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