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100 Jahre Rathaus
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Die 100-jährige Geschichte des Gelenauer Rathauses

Bereits im Jahr 1901 befassten sich die Gemeindevorstände von Gelenau mit dem Bau bzw. mit dem Kauf eines Gemeindeamtes, denn die Verwaltung unseres Ortes war zur damaligen Zeit in verschiedenen Gebäuden untergebracht.
Im September 1903 unterbreitete der Freiherr von Schönberg dem Gemeindevorstand ein Angebot zum Kauf des Rittergutes, der Kaufpreis sollte 275.000,00 Mark betragen. Dieses Angebot lehnte der Gemeindevorstand im Oktober 1903 mit der Begründung ab, dass der Kaufpreis viel zu hoch sei.

Erst im November 1907 nahm der Freiherr von Schönberg nochmals Kontakt zur Gemeinde Gelenau auf und bekundete in einem Schreiben, dass er nach wie vor Interesse habe, das Rittergut unbedingt an die Gemeinde Gelenau zu veräußern. Daraufhin boten die Gemeindevorstände dem Freiherrn von Schönberg eine Kaufsumme von 125.000,00 Mark an. Der Freiherr willigte umgehend ein und der Gemeindevorstand beschloss in seiner Sitzung am 12.12.1907 das Rittergut zu kaufen und sobald möglich, das Gemeindeamt dort unterzubringen. Der Kaufvertrag wurde dann bereits am 18.12.1907 geschlossen. Schon Ende Mai 1908 nahmen die Gemeindeangestellten ihre Tätigkeit im Rittergut auf.

Trotz der Bestrebungen das Rittergut zu kaufen, wurde in der Zeit von 1901 bis 1907 an der Absicht festgehalten, ein Gemeindeamt neu zu bauen. Die dafür ausgewählten Grundstücke, die heutige Straße der Einheit 78 (ehemalige Kerberpraxis) und der Fußweg von der Straße der Einheit 78 bis zum Fischweg 1 (Böhm-Mühle) wurden trotzdem gekauft.

Als die Gemeinde Gelenau im Jahr 1907 das Rittergut erwarb, genügte der Ausbau der ehemaligen Wirtschaftsräume zunächst den Bedürfnissen der Verwaltung. Mit ständig wachsenden Aufgaben der Verwaltung machte sich im Laufe der Zeit eine Erweiterung der Räumlichkeiten erforderlich.
Zum Beispiel wurde im Dezember 1918 die Trennung der Spar- und Girokasse von der Gemeinde- und Steuerkasse vorgenommen.

Bis ca. 1935 wurden immer neue Verwaltungsräume geschaffen.

1935 erfolgte der Einbau der zwei großen Fenster in Bleiverglasung mit 4 Einlageemblemen im Treppenhaus des Rathauses. Diese wertvollen Fenster wurden von der Landwirtschaft, von Gewerbetreibenden und der Fa. Schüller gestiftet. An dem Fenster, in dem das Wappen der Strumpfindustrie zu sehen ist, haben sich der Strumpffabrikant Max Müller und die Fa. Emil Wilhelm beteiligt.

Bis zur heutigen Zeit wurden durch die entscheidenden Gremien keine Kosten und Mühen gescheut, den Rathauskomplex in seiner alten Schönheit zu erhalten.

 

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